Fake News Projekt

Hier stellen wir unser Projekt für den Eine Welt Wettbewerb 2025-2026 „Fake News: Wir lassen uns nicht manipulieren“ ausführlich vor.

1. Vorstellung des Projekts

Mit unserem fächerübergreifenden und handlungsorientierten Projekt 

Fake News: Wir lassen uns nicht manipulieren!“

veröffentlicht auf der Internetseite www.mountaindeermusic.de, bewerben wir uns für den Schulwettbewerb „alle für EINE WELT für alle“. Das Projekt wurde von Schülerinnen und Schüler im schulischen Kontext der Rehbergschule (Förderschule mit dem Förderschwerpunkt kranke Schülerinnen und Schüler) entwickelt und umgesetzt.

Unser Projekt beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie Desinformation unsere Wahrnehmung der Welt beeinflusst und wie junge Menschen den Umgang mit Fake News oder Desinformationen bewältigen können.

Als kreative Ergebnisse auf der Handlungsebene sind die folgenden Projektergebnisse entstanden:

  • Ein Song zum Thema Fake News 
  • Ein Lehrvideo, das Tipps im Umgang mit Fake News thematisiert
  • Eine Internetseite mit einer Anleitung, wie man Fake News überprüfen kann
  • Eine öffentliche Plakat-Ausstellungs-Aktion mit Tipps im Umgang mit Fake News
    • Die Plakate wurden von den Schülerinnen und Schülern digital erstellt und an der Rehbergschule, den umliegenden Schulen/ Klinik und in Geschäften der Innenstadt aufgehängt,
    • Um den Inhalt allen Altersstufen zugänglich zu machen, erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler zwei Plakate; eins für Jugendliche und Erwachsene und ein anderes für Kinder,
    • Außerdem präsentierten die Schülerinnen und Schülern die Ergebnisse der Schulgemeinschaft in einer großen Pausenpräsentation.

Ausgangspunkt unseres Projekts war die Beobachtung, dass viele Jugendliche täglich über soziale Medien, Messenger-Dienste und Online-Plattformen mit Nachrichten konfrontiert sind, deren Wahrheitsgehalt oft schwer einzuschätzen ist. Gerade im Zusammenhang mit globalen Themen – wie Klimawandel, Migration, Kriegen, Rechtspopulismus, sozialer Ungleichheit oder Entwicklungspolitik – verbreiten sich Fake News besonders schnell und manipulieren Meinungen, schüren Ängste und beeinflussen Entscheidungen.

2. Bezug zum Wettbewerbsmotto

Das diesjährige Wettbewerbsmotto „Fakten gecheckt? Verändert die Welt mit eurer Story!“ greift genau diese Problematik auf. Unser Projekt setzt hier unmittelbar an:

Wir beschäftigten uns damit, wie Fake News (Fakes) entstehen, warum sie geglaubt werden und welche Auswirkungen sie auf individuelles Handeln und globale Zusammenhänge/ Aussagen haben. Gleichzeitig erarbeiteten wir Informationsmaterialien, die aufzeigen sollen, wie wichtig es ist, faktenbasierte Informationen zu nutzen, um sich eine eigene, verantwortungsvolle Meinung zu bilden. Eine Anleitung zur Überprüfung, eine Sensibilisierung für und eine Hilfe im Umgang mit Desinformationen, war uns ebenfalls sehr wichtig.

Unsere „Story“ wurde dabei nicht erfunden, sondern bewusst ausgewählt durch die Stärken und kreativen Interessen der Lerngruppe. Wir erzählen in unserer Geschichte davon, wie leicht sich falsche Informationen verbreiten lassen – und wie junge Menschen lernen können, diese zu erkennen, zu hinterfragen und ihnen mit Wissen und Verantwortung zu begegnen. 

Um unsere Erkenntnisse der Geschichte weiterzuerzählen und zu verbreiten, entwickelten wir Plakate, organisierten eine Ausstellung, erstellten ein Lehrvideo und schrieben einen Song. Alles zum Nachlesen auf unserer Internetseite und zum weitererzählen Online verfügbar.

3. Entwicklungspolitischer Bezug (EINE WELT)

Fake News beeinflussen, wie Menschen über Länder des Globalen Südens denken. Außerdem verbreiten sich Fake News über den Klimawandel oder internationale Zusammenarbeit. Verzerrte oder falsche Darstellungen können Vorurteile verstärken, Ungerechtigkeiten rechtfertigen oder solidarisches Handeln verhindern.

In unserem Projekt haben wir uns daher mit folgenden Leitfragen beschäftigt:

  • Wie werden globale Themen in unseren Medien dargestellt?
  • Welche Fake News gibt es zu Klimawandel, Migration oder Politik?
  • Wer profitiert von Desinformationen – und wem schaden sie?
  • Wie können wir unsere Medienkompetenz zu Fake News weiter schulen, bzw. wie können Jugendliche Fakes erkennen?
  • Wie kann ich mit Fake News umgehen und wie kann ich sie selbst erkennen?

Durch diese Auseinandersetzung haben wir erkannt, dass eine gerechte Eine Welt nur möglich ist, wenn Informationen fair, überprüfbar und respektvoll vermittelt werden.

4. Projektumsetzung und Arbeitsweise

Das Projekt wurde in mehreren Phasen und Unterrichtsfächern umgesetzt:

  1. Recherchephase und Lebensweltbezug:


Was sind Fake News/ Desinformationen/ Hate Speach und Fakes

  • manipulierte Bilder, die angeblich Umweltzerstörung oder Armut in bestimmten Ländern zeigen; falsche Bilder zu Beiträgen
  • irreführende Schlagzeilen zu Migration und Politik („Flüchtlinge bekommen mehr Geld als Einheimische“)
  • falsche Behauptungen zum Klimawandel („Klimawandel ist erfunden“)
  • verkürzte Darstellungen von Inhalten („Hilfsgelder kommen nie an“)

Die Schülerinnen und Schülern sammelten Beispiele für Fake News aus sozialen Medien, Nachrichtenseiten und Videoplattformen. Diese wurden gemeinsam analysiert und auf ihre Merkmale hin untersucht. Außerdem beschäftigten wir uns mit KI, Bild-, Tonbearbeitungen, und reißerischen Thumbnails/ Schlagzeilen. Die emotionale Auswirkung und der manipulative Hintergrund bei Fake News wurde ebenfalls schwerpunktmäßig beleuchtet.

  • Analyse- und Reflexionsphase

  • Wer ist die Quelle?
  • Welche Emotionen werden angesprochen?
  • Welche Länder oder Gruppen werden negativ dargestellt?
  • Welche Fakten fehlen oder wurden verdreht?

Die Schülerinnen und Schülern beschäftigten sich mit Mechanismen von Desinformation: emotionalisierende Überschriften/ Thumbnails, manipulierte Bilder (auch mit KI), aus dem Zusammenhang gerissene Zitate oder gezielte Fehlinformationen. Dabei wurde immer wieder der Bezug zu globalen Themen hergestellt, aber auch die Lebenswelt der Jugendlichen berücksichtigt, die in ihrer eigenen medialen „Bubble“ leben und dort mit Desinformationen (wie Rechtspopulismus, Clickbait, Hate Speach und Schneeballsystemen) konfrontiert sind.

  • Kreative Umsetzungsphase


Die Ergebnisse wurden in eigenen Medienformaten aufgearbeitet, hierbei werden die Stärken und Interessen der Lernenden berücksichtigt und auf deren Wünsche eingegangen. 

  • erklärende Texte, Drehbuch und Berichte schreiben, als Grundlage für ein Lehrvideo
    • Auseinandersetzung und Nutzung von KI-Programmen, u.a. zur Erstellung von Bildern/ Videos (Sora2, Chat GPT, etc.)
    • Erstellung eines Songs zum Thema 
    • Informationsmaterialien zur Aufklärung über Fake News: Plakate und Plakatausstellung, Internetseite
    • kreative Beiträge (z. B. Plakate, Musik, Texte oder Medienformate in Kooperation mit den schuleigenen AG’s, u.a. MuVi AG, Medien AG)
  • Veröffentlichung und Präsentation

Die Projektergebnisse (Video, Musik, Plakat, Internetseite und Stellwand) wurden in einer großen Pausenaktion der Rehbergschule präsentiert und feierlich aufgehängt. Außerdem wurden die Ergebnisse durch eine Plakataktion, sowohl in der Klinik, als auch in den umliegenden Schulen, Geschäften der Innenstadt und Plakatierungsflächen der Stadt veröffentlicht. Ferner wurde auch die regionale Presse informiert, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. 

Zusätzlich werden die Ergebnisse auf www.mountaindeermusic.de veröffentlicht und innerhalb der Schule sowie im privaten Umfeld geteilt. Ziel war es, auch andere Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren.

4.1 Fächerübergreifender und projektorientierter Unterricht an der Rehbergschule

Um das Projekt umzusetzen, bietet sich der fächerübergreifende und projektorientierte Unterricht an der Rehbergschule bestens an. 

Umwelt AG:

In der Umwelt AG wurde das Projekt-Thema bearbeitet. Hierzu fand einmal in der Woche, mittwochs in der ersten und zweiten Stunde, der Unterricht zum Thema Fake News statt. Hier wurden die inhaltlichen Schwerpunkte erarbeitet und die Lernfortschritte vertieft. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten Arbeitsmaterialien, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Vor allem das Thema Klimawandel war hier ein Schwerpunkt.

Medien AG:

Hier wurde sich gezielt mit der Erstellung von Fake News und der Verwendung von KI und Bildbearbeitungsprogramm beschäftigt und die Grundlagen (Bilderbearbeitung, Nutzung von KI, Fotobearbeitung und Textproduktion) für die Projektideen (Plakaterstellung, Song und Lehrvideo) erarbeitet und umgesetzt. Die AG fand immer montags in der fünften Stunde statt und die Lernenden konnten hier den Umgang mit Text-, Bild- und Videobearbeitungsprogramm üben und kennenlernen.

Fairtrade AG:

In der Fairtrade AG beschäftigen wir uns vor allem mit der Darstellung von Ländern des globalen Südens und Desinformationen bezogen auf Handel mit fairen Produkten. Die AG ist im Gegensatz zu den anderen eine Wahl AG und kann von den Schülerinnen und Schülern besucht werden.

Deutsch:

Im Deutschunterricht erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler den Text für das Lehrvideo. Auch wurden vermehrt Texte zum Thema Fake News/ Lügen im Unterricht aufgegriffen und gelesen, so dass die Lernenden verschiedene Perspektiven zum Thema kennenlernten. Die Schülerinnen und Schüler schrieben außerdem eine kreative Geschichte zum Thema Fake News.

PoWi:

Im Unterrichtsfach Politik und Wirtschaft wurde ebenfalls mit Hilfe von Arbeitsmaterialien, dass Thema Fake News im politischen Kontext betrachtet. Einen Schwerpunkt legten wir auf „Rechtspopulismus und rechte Propaganda“ und „Umweltschutz und Klimawandel“ im Bereich Social Media und erarbeiteten Handlungsmöglichkeiten für die Lernenden. 

Kunstunterricht:

Um Lernfortschritte und Ergebnisse zu visualisiere, gestalteten die Lernenden fortlaufend eine Stellwand. Hier wurden in grafischer Form Ergebnisse festgehalten und Lern-/ Projektfortschritt visualisierte. Die Lernenden gestalteten hierzu im Kunstunterricht Bilder, Karikaturen, Collagen oder Piktogramme, um Lerninhalte zu dokumentieren.

4.2 Konkrete Projektinhalte und Beispiele

a) Analyse realer Fake-News-Beispiele und eigene Erstellung von Fakes

Erkennen

Im ersten Projektabschnitt sammelten wir in den Fächern PoWi und in den AGs Umwelt und Fairtrade, konkrete Fake-News-Beispiele, die sich auf globale Themen bezogen, unter anderem:

  • manipulierte Bilder, die angeblich Umweltzerstörung oder Armut in bestimmten Ländern zeigen
  • irreführende Schlagzeilen zu Migration („Flüchtlinge bekommen mehr Geld als Einheimische“; „Den Klimawandel gibt es nicht“)
  • falsche Behauptungen zum Klimawandel („Klimawandel ist erfunden“)
  • verkürzte Darstellungen von Entwicklungshilfe („Hilfsgelder kommen nie an“; „Flüchtlinge erhalten mehr Geld als Deutsche“)

Bewerten

Diese Beispiele wurden gemeinsam analysiert. Dabei untersuchten wir:

  • Wer ist die Quelle?
  • Welche Emotionen werden angesprochen?
  • Welche Länder oder Gruppen werden negativ dargestellt?
  • Welche Fakten fehlen oder wurden verdreht?
  • Wie erstelle ich selbst eine Fake News?

Anschließend führten wir konkrete Faktenchecks durch. Beispielsweise verglichen wir:

  • Fake-News-Behauptungen über Klimaschutz mit Daten seriöser Organisationen
  • manipulierte Bilder mit Originalaufnahmen (Bilderrückverfolgung)
  • vereinfachende Aussagen über Entwicklungsländer mit Hintergrundinformationen zu historischen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen

Diese Gegenüberstellungen machten sichtbar, wie stark Fake News globale Ungleichheiten verzerren und Vorurteile gegenüber Menschen oder Gruppen verstärken und durch ihre Manipulation eine Gefahr darstellen.

Handeln

Nach der Analysephase und der Feststellung, dass in einer vernetzten Welt Desinformation eine globale Herausforderung darstellen, die weit über nationale Grenzen hinausreicht und sämtliche gesellschaftlichen Bereiche betrifft, überlegten wir, wie wir andere über unsere Erkenntnisse zu Fake News informieren können.

Falschinformationen verbreiten sich rasant über soziale Medien, Nachrichtenportale und digitale Plattformen und beeinflussen nicht nur individuelle Meinungen, sondern auch gesellschaftliche Entscheidungsprozesse. Deshalb schien es uns unerlässlich, Desinformation als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen, die gemeinsames Handeln und innovative Lösungsansätze braucht. Wir entschieden uns kreative Darstellungen zu wählen und unser direktes Umfeld zu informieren. 

Eine erste Idee war ein Aufklärungsvideo zu drehen und dieses digital zu verbreiten (YouTube, Instagram, Facebook). Aber auch eine Plakataktion schien uns als geeignete und nachwirkende Aktion, um auf Fake News aufmerksam zu machen. 

Die (kreativ) Arbeit an den Inhalten (Plakat, Song und Video) erfolgte dann in der MuVi AGMedienbildungsunterricht und in der Umwelt AG.

Im Deutschunterricht wurde ebenfalls am Songtext gearbeitet, der Infotext für die Plakatausstellung geschrieben und die Briefe an die Presse für die Plakataktion verfasst. Außerdem wurde der Text der Internetseite von den Lernenden im Deutschunterricht verfasst.

Im PoWi-Unterricht beschäftigten wir uns fortlaufend mit Beispielen für Fake News und deren Einordnung und Auswirkung.

5. Beitrag zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Der projektorientierte und fächerübergreifende Unterricht der Rehbergschule legt großen Wert auf kritisches Denken, Eigeninitiative und nachhaltiges Lernen. 

Unser Projekt erfüllt diese Kriterien in besonderer Weise:

  • Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten selbstständig und verantwortungsvoll und brachten ihre eigenen Ideen ein.
  • Sie entwickelten Medienkompetenz im Umgang mit Bild-, Text-, Ton und Videoprogrammen, neuen Medien und Social Media, aber auch im Umgang mit KI-Nutzung, als Schlüsselqualifikation für eine nachhaltige Zukunft.
  • Sie lernten, einfache globale Zusammenhänge zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Besonders die Darstellung von Ländern des globalen Südens, Klimawandel und Informationen zu politischen Themen wie Migration und Fairtrade wurden kritisch beleuchtet.
  • Sie entwickelten Lösungsmöglichkeiten im Umgang mit Fakes, erkannten aber auch die Wirkung und Probleme die Fake News erzeugen.
  • Sie wurden dazu ermutigt, ihre Erkenntnisse weiterzugeben und andere aufzuklären.
  • Sie wurden motiviert anderen von ihren Erfahrungen zu berichten und für den Umgang mit Fakes zu sensibilisieren

Damit trägt unser Projekt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung bei und stärkt die Lernenden, sich aktiv für eine gerechtere Welt einzusetzen, aber auch Informationen zu hinterfragen.

6. Nachhaltigkeit des Projekts

Das Projekt „Fake News“ ist nicht als einmalige Aktion gedacht, sondern soll langfristig wirken. Die erarbeiteten Inhalte können weiter genutzt (Download), ergänzt und in zukünftige Unterrichts- oder Projektzusammenhänge eingebunden werden.  Die Materialien stehen zum einen auf der Homepage und zum anderen auf den sozialen Netzwerken weiterhin zur Verfügung und können dort angesehen und verbreitet werden.

Zudem hat das Projekt das Bewusstsein der Beteiligten nachhaltig verändert: Viele Schülerinnen und Schüler geben an, Nachrichten nun kritischer zu betrachten und Informationen häufiger zu überprüfen.

7. Fazit

Mit unserem Projekt „Fake News“ erzählen wir unsere Geschichte davon, wie wir gelernt haben, uns nicht manipulieren lassen. Wir verbinden das Wettbewerbsmotto mit einem hochaktuellen Thema, fördern kritisches Denken und zeigen, wie junge Menschen durch Wissen, Medienkompetenz und Engagement dazu beitragen können, die Welt gerechter und verantwortungsvoller zu gestalten.

Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, unser Projekt im Rahmen dieses Wettbewerbs einzureichen!

Eure MountainDeers