Nachhaltiges Bildungskonzept (BNE)

Umweltbildungskonzept der Rehbergschule Herborn

1. Kontext & Leitbild der Rehbergschule Herborn

Die Rehbergschule ist eine Förderschule für psychisch erkrankte Schülerinnen und Schüler in Trägerschaft des Landeswohlfahrtsverbands Hessen, die auf individuelle Förderung, ein angstfreies, wertschätzendes Lernklima und enger Kooperation mit der Klinik setzt  . Der Unterricht ist fächerübergreifend, flexibel und wird durch pädagogisch-diagnostische Begleitung sowie multiprofessionelle Zusammenarbeit gestaltet. 

Durch die Projekte und Unterrichtsfächer, Musik‑AG, Fair‑Trade‑AG, Umweltbildung, Wald‑AG, fairer Schulkiosk, AG Biobauernhof und Service‑Learning‑Aufgaben sind ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung fest im Angebot/ Kerncurriculum der Rehbergschule verankert.

1.1 Schulprogramm & Leitbild

  • Die Rehbergschule ist eine Schule für psychisch oder psychosomatisch erkrankte Kinder, mit kleinsten Lerngruppen (Grundschule max. 5, Sek II max. 8 Schüler*innen), die individuelle Förderung und Geborgenheit bieten (z. B. „Fördern und fordern ohne Angst und Stress“)  .
  • Das Leitbild steht für ein angstfreies, gewaltfreies Miteinander, intensive Beziehungsarbeit und Förderung in schwierigen Lebenssituationen  .
  • Schule und Klinik arbeiten eng zusammen, um pädagogische und therapeutische Prozesse zu verknüpfen  

2. Umweltbildung – Ziele & Leitgedanken

Ziele:

  • Umweltbewusstsein und nachhaltiges Denken fördern
  • Kreatives Handeln mit emotionaler und sozialer Förderung verbinden
  • Selbstwirksamkeit und Gemeinschaftssinn stärken
  • Umweltbildung als Teil des Selbstwertgefühls und der Bewältigung unterstützen

Leitgedanken:

  • Ganzheitlich & individuell: Umweltbildung passt zur persönlichen Situation der Schüler*innen.
  • Kreativ & künstlerisch: Musik, Kunst und Projekthandeln verbinden Umwelt mit Ausdruck.
  • Integration ins Schulprogramm: Nutzung bestehender AG-Formate und Service‑Learning.

3. Inhalte/ Unterrichtsangebote BNE – Konzepte der BNE Angebote

Die RBS bietet im die folgenden Angebote im LP für BNE:

Auflistung der schulinternen Angebote inklusive Jahrgangsstufen und SDG Berücksichtigung

3.1 MountainDeerMusic‑AG

  • Klimawandel, CO₂-Fußabdruck, erneuerbare Energien
  • Nachhaltiger Konsum, faire Lieferketten, Ressourcenschonung
  • Müllvermeidung, Recycling, Upcycling
  • Persönliche und globale Verantwortung

3.2 Fairtrade AG

Die Fairtrade AG der Rehbergschule Herborn wurde im November 2012 ins Leben gerufen. Die Idee bestand darin, eine enge Zusammenarbeit mit dem örtlichen Weltladen zu erreichen und sich gemeinsam für den Fairen Handel in Herborn und der RBS einzusetzen.

Herborner Weltladen als Außerschulischer Lernort

Die Schülerinnen und Schüler der Schülerfirma lernen im Außerschulischen Lernort „Weltladen“ einerseits die Standards des Fairen Handels kennen – existenzsichernde Löhne, Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit, Beteiligungsrechte für ArbeitnehmerInnen und umweltschonender Anbau und Verarbeitung. Andererseits sammeln sie vielfältige Erfahrungen im wirtschaftlichen Ladenbetrieb, beim Kundenkontakt oder der Werbung für den Laden. Die Erfahrungen aus der Praxis werden im Unterricht durch theoretische Einheiten zu betriebswirtschaftlichen und fachspezifischen Themen vertieft.

3.2.1. Ausgangslage

  • Die Rehbergschule ist als Umweltschule Hessen anerkannt und betreibt bereits eine aktive Fairtrade-AG, die eng mit dem Herborner Weltladen zusammenarbeitet. Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe lernen dort faire Handelsstandards kennen und übernehmen praktische Aufgaben im Ladenbetrieb. 
  • Das Schulprogramm verankert die AG-Angebote klar, darunter das Projekt „Fair Trade“ (Weltladen) als feste AG. 
  • Laut dem hessischen Bildungsauftrag ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) seit 2017 verpflichtend im Schulalltag. BNE umfasst auch Globales Lernen und Fairen Handel als Themenfelder. 
  • Über die Fairtrade-Thematik hinaus zeigt die MountainDeerMusic-AG großes Potenzial: Die Schülerinnen und Schüler haben für Themen wie nachhaltigen Konsum, faire Lieferketten und Umweltschutz Songs verfasst – zentrale Themen für die Fairtrade-AG. 

3.2.2 Zielsetzung der Fairtrade-AG

  1. Verstehen & Reflektieren: Schülerinnen und Schüler sollen Fairtrade-Prinzipien (existenzsichernde Löhne, kein Kinderarbeit, Umweltschutz) begreifen und reflektieren—theoretisch und praktisch. 
  2. Praxisnahe Kompetenzentwicklung: Durch Mitarbeit im Weltladen Alltagskompetenzen erlernen – Verkauf, Kommunikation, Werbung, Organisation. 
  3. Verzahnung mit BNE: Fairtrade als Teil der Globalen Lernprozesse im Sinne der SDGs (z. B. SDG 12: nachhaltiger Konsum, SDG 8: menschenwürdige Arbeit) verankern. 
  4. Kreative Öffentlichkeitsarbeit: Faire Themen mit Musik, Präsentationen, Infomaterialien und Schulaktionen sichtbar machen – analog zur MDM-AG-Arbeit. 
  5. Nachhaltige Verankerung: Die AG als essentiellen Baustein im Schulprogramm dauerhaft etablieren.

3.2.3. Inhalte & Module

a) Theorie & Reflexion

  • Einführung in Fairtrade-Grundsätze: gerechte Löhne, ökologischer Anbau, soziale Standards.
  • Globale Perspektiven: Herkunftsländer, faire Lieferketten, Konsumverhalten. 
  • BNE-Kompetenzen: Urteilsbildung, Handlungskompetenz, globale Verantwortung. 

b) Praxis im Weltladen

  • Rotierender Einsatz im Herborner Weltladen: Verkauf, Kundenkontakt, Werbung, Bestellwesen. 
  • Aufbau von Ständen bei Schul- und Stadtveranstaltungen (z. B. Vitos-Sommerfest, Weihnachtsmarkt). 

c) Kreative Aktionen & Medien

  • Erstellung von Infomaterialien: Plakate, Postkarten, Social-Media-Beiträge, Infoflyer.
  • Songwriting und Präsentation: Zusammenarbeit mit MountainDeerMusic, um Fairtrade-Themen musikalisch umzusetzen und im Schulkontext zu verbreiten. 

d) Vernetzung & Kooperation

  • Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren wie Weltladen, Fairtrade-Town-Initiativen.
  • Verbindung mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekten: z. B. Schul- und Stadtaktionen, BNE-Initiativen.

3.2.4. Methodik

  • Handlungsorientiert & partizipativ: Die Lernenden gestalten aktiv, planen und handeln – vom Ladenbetrieb bis hin zu kreativen Produktionen. 
  • Fächerübergreifend: Inhalte verknüpfen Unterricht (z. B. GL, Deutsch, Kunst) mit praktischer AG-Arbeit.
  • Kreativ & motivierend: Musik und Gestaltung machen Inhalte emotional zugänglich, wie bereits durch MountainDeerMusic bewiesen. 
  • Service Learning-Ansatz: Schüler:innen leisten gesellschaftliches Engagement (Fairtrade), verbunden mit curricularen Inhalten. 

3.2.5. Integration ins Schulprogramm

  • Die Fairtrade-AG als fest verankertes Angebot im Unterrichtsangebot. 
  • Lernziele der AG sind auf BNE-Kompetenzen abgestimmt (z. B. SDGs, globale Perspektive), wodurch die AG Inhalte des Schulprogramms erfüllt. 
  • Ergebnisse (Songs, Stände, Materialien) werden regelmäßig in Schulversammlungen, Elternrunden und im Schulprogramm präsentiert.
  • Die AG unterstützt die Bewerbung der Rehbergschule als Umweltschule / Fairtrade-Schule, z. B. durch fortlaufende Aktivitäten im Sinne der Auszeichnungserneuerung. 

3.2.6. Beispieljahresplanung (Module & Aktionen)

QuartalFokus & Aktivitäten
Q1: Einstieg & TheorieEinführung Fairtrade & BNE-Basics; Ladenführungen
Q2: Praxis & VerkaufWechselnde Einsätze im Weltladen; Infostände planen
Q3: KreativphaseSongwriting mit MDM; Gestaltung von Flyern und Posters
Q4: ÖffentlichkeitsarbeitAuftritte, Standaktionen, Schulpräsentationen; Reflexion & Evaluation

3.2.7. Beispiel-Module im Detail

Modul „Song & Fair Trade“

  • Schüler:innen entwickeln einen eigenen Song über faire Lieferketten oder Konsum.
  • Kooperation mit MountainDeerMusic zur musikalischen Unterstützung.
  • Präsentation beim Sommerfest, Elternabend oder Stadtveranstaltung.

Modul „Fair trägt weiter“

  • Schüler:innen erstellen Postkarten oder digitales Material, die sie im Laden und online verteilen.
  • Mit Schülerfirma und BNE-Themen verknüpft.

Die Fairtrade-AG an der Rehbergschule Herborn ist ein lebendiger Lern- und Handlungsraum, der Fairtrade-Wissen, globale Verantwortung und kreative Ausdrucksfähigkeit vereint. Sie orientiert sich eng an den Zielen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und integriert sich fest ins Schulprogramm – durch Praxis im Weltladen, kreative Medienarbeit und aktive Beteiligung der Schulgemeinschaft.

3.3 Umwelt AG

Hier ist ein konzeptioneller Entwurf für die Umwelt-AG der Rehbergschule Herborn – so eingebettet, dass er sowohl in das Schulprogramm als auch in Unterricht und Schulgemeinschaft integriert werden kann. Grundlage sind die bestehenden Aktivitäten der Schule, die Vorgaben des hessischen Kerncurriculums (BNE) und die Impulse der MountainDeerMusic-Seite.

3.3.1. Ausgangslage

  • Die Rehbergschule ist seit 2022/2023 erneut Umweltschule und engagiert sich stark in den Bereichen Wald, Fairtrade und Umweltprojekte (Wald-AG, Fairtrade-AG)  .
  • Besonderer Erfolg: 1. Platz beim bundesweiten Wettbewerb „alle für Eine Welt – Eine Welt für alle“ (2022), wobei Songs der MountainDeerMusic-AG zentrale Themen wie Müllvermeidung, Recycling, Ernährung, Klimawandel und erneuerbare Energien aufgriffen  .
  • Ein weiterer Höhepunkt: Sonderpreis beim Kreativwettbewerb „Unsere Schule 2030 – Aus Träumen wird Nachhaltigkeit“ (2021) für einen Nachhaltigkeitssong  .
  • Aktuelles Thema der Umwelt-AG 2024/25: Ernährung – mit Projekten wie „Zucker süß!“ und digitale Materialien wie Edumaps, inkl. Bilderbuch  .
  • BNE als integraler Bestandteil des hessischen Kerncurriculums: Bildung für nachhaltige Entwicklung als schulische Leitaufgabe und verankert im Schulgesetz; Förderung von Kompetenzen zur globalen Verantwortung und nachhaltigem Handeln  .

3.3.2. Zielsetzung der neuen Umwelt-AG

  1. Nachhaltige Lebensweisen fördern durch aktive, kreative Umwelterziehung im schulischen Alltag (BNE-Kompetenzen stärken).
  2. Teilnehmende befähigen, Verbindung zwischen individuellen Handlungen und globaler Nachhaltigkeit zu erkennen (SDGs, Kreislaufdenken, Konsum reflektieren).
  3. Umweltbewusstsein sichtbar machen – durch Musik, digitale Medien, Aktionen und Präsentationen innerhalb der Schulgemeinschaft und darüber hinaus.
  4. Kooperationen ausbauen – außenwirksame Projekte, lokale Partnerschaften, schulinterne Vernetzung.

3.3.3. Inhalte & didaktische Bausteine (grob nach Themenzyklen)

ThemenzyklusInhalte & FormateBNE-Bezug (Kompetenzen)
1. Ernährung & nachhaltiger Konsum„Zucker süß!“, gesunde Alternativen, globaler Kontext Ernährung; digitales Bilderbuch, EdumapsSDGs: 2 (kein Hunger), 12 (nachhaltiger Konsum); kritisches Hinterfragen, interkulturelle Perspektive
2. Energie & RessourcenEnergieformen, erneuerbare Energien; Comicfilm (Energieprojekt 2023)SDG 7; Bewertung von Energiequellen, Ressourcenverantwortung
3. Müll & Kreislauf – UpcyclingUpcycling-Aktionen, Tape-Art Fast Fashion, Abfallkampagnen, Bau eines Komposts/TonneSDG 12, 13; Handlungskompetenz durch eigenes Gestalten
4. Arten- und UmweltschutzWald-/Wiesenaktionen, Nistkastenbau, Wurmkompost; evtl. Kooperation mit NaturschutzvereinenSDG 15; aktiv-linguales Lernen, lokale Verantwortung
5. Fairtrade & globale PerspektivenFair-Trade-Produkte analysieren, Weltladen, Musik zu fairer ProduktionSDG 8, 12; globale vernetzte Verantwortung verstehen
6. Songwriting & MedienproduktionLieder zu Nachhaltigkeit, Videos, Social-Media‐Posts; Präsentation im Schulgarten, SommerfestSDG 4; kommunikative, kreative Kompetenzen stärken

Hinweis: Die Reihenfolge kann flexibel je nach Schuljahr und Ressourcen angepasst werden.

3.3.4. Methodik & Umsetzung

  • Handlungsorientierung: AG soll aus der Idee „Tun statt bloß erklären“ folgen – praktische, aktive Projektarbeit im Mittelpunkt  .
  • Multiperspektivität: Ernährung global betrachten, SDGs auf die eigene Wirklichkeit anwenden (BNE-Ansatz)  .
  • Kreative Medienarbeit: Musikalische und digitale Projekte (Songs, Edumaps, Bilderbuch etc.) nutzen, um Themen attraktiv und nachhaltig aufzubereiten (s. bereits erfolgreiche Modelle).
  • Kooperationen nutzen: Zusammenarbeit mit MountainDeerMusic, Fairtrade-AG, Stadt Herborn (z. B. Basketballplatz-Wasserspender), externen Expert*innen (z. B. Imker, Naturschutz)  .
  • Reflexion & Präsentation: Präsentationen, Info-Stände, Postkarten, TapeArt, AG-Magazin, Digitalformate zur Verbreitung im Schulprogramm und in der Öffentlichkeit.

3.3.5. Integration ins Schulprogramm

  • Die Umwelt-AG wird als verpflichtendes AG-Modul im Ganztagsbereich benannt (analog zur Musik-, Wald-, Fairtrade-AG)  .
  • Lernziele orientieren sich explizit an BNE-Kompetenzen des hessischen Kerncurriculums (SDG Wissen, Urteilskompetenz, Handlungskompetenz)  .
  • Ergebnisse und Projekte werden regelmäßig im Rahmen von Schulversammlungen, Elternabenden und im Schulprogramm dokumentiert.
  • Ziel der Nachhaltigkeitsauszeichnung bleibt im Schulprogramm verankert – Umwelt-AG als zentrale Säule, zur Title-Erneuerung alle zwei Jahre  .
  • Förderliche externe Mittel gezielt einsetzen (z. B. Preisgeld, Stadtprojekte).

3.3.6. Weitere Anregungen aus der Praxis (Reddit-Community)

  • Monitoring & Visualisierung: Wasser- und Energieverbrauch sichtbar machen, Ideen zur Reduktion entwickeln  .
  • Natur gestalten & beobachten: Hochbeete, Wildblumenwiesen, Beete gestalten, Arten zählen, im Umfeld erkunden  .
  • Upcycling & Reparatur: Kleidung reparieren, Müll kreativ gestalten, Saatbomben produzieren und verteilen  .

Die Umwelt-AG der Rehbergschule sollte ein lebendiger, kreativer Raum sein, in dem nachhaltige Bildung gelebt wird – durch Singen, Basteln, Digitales, Naturerfahrungen und Zusammenarbeit. Somit stärkt sie Kompetenzen, fördert Engagement und macht Umweltthemen sowohl im Alltag der Schüler*innen als auch im Schulprogramm sichtbar. Die Kombination aus bewährten Formaten (Songs, Fairtrade, Auszeichnungen) und neuen Ideen (Upcycling, Monitoring, Kreativmedien) schafft ein nachhaltiges, zukunftsfähiges AG-Konzept.

AG / BereichUmweltbildung integriert durch…
MountainDeerMusic‑AGUmwelt-Songs, Lyrics zu Nachhaltigkeit, Auftritte bei Schulveranstaltungen
Fair‑Trade‑AG / SchülerfirmaVerkauf fair gehandelter Produkte, Reflexion über globalen Handel, Bewusstsein für faire Lieferketten
Wald‑AG / WaldtageUmwelterlebnisse, Naturbeobachtung, Ressourcenkreisläufe praktisch erfahren
Service‑LearningEngagement für Naturschutzprojekte in der Region (z. B. Müllsammelaktionen)
Kunstprojekte (z. B. Klavierbemalung)Ausdruck durch Upcycling und Gemeinschaftsarbeit; kreativ-ästhetische Umweltreflexion
Sachunterricht / Biologie / NaWiThemen wie Klimawandel, Biodiversität, Ressourcen, ökologischer Fußabdruck
Deutsch / MusikSongtexte schreiben, Umweltlyrik, Musikproduktion, Reflexion über Umweltinhalte charmant verpackt
Projektwochen & WettbewerbeNachhaltigkeitswoche, kreative Wettbewerbe wie „Unsere Schule 2030“ – bereits mit Erfolg umgesetzt

3.4.

4. Unterrichtsangebote – Integration ins Curriculum

Struktur des Curriculums & AG‑Einbettung

4.1 Fachübergreifende Integration

Fach / BereichInhaltliche Verknüpfung mit Umweltbildung
Sachunterricht / Biologie / NaWiSDGs, Klimawandel, BNE, Ernährung, Konsum, Recycling, erneuerbare Energien
Deutsch / MusikSongtexte schreiben, Umweltlyrik, Audio-Visualisierung von Umweltbotschaften über MDM
Kunst / MedienUpcycling‑Kunst, Comicfilm, Tape‑Art, Emoji‑Gestaltung, Musikvideos
Mathematik / TechnikDatenerhebung: Müllmengen, Energieverbrauch, CO₂-Fußabdruck, Planung von Brunnen oder Beschattung
Sozial-ethische FächerReflexion über Gerechtigkeit, Umweltethik, fairer Handel, globale Verantwortung (Fair‑Trade‑AG)

4.2 AGs & Projekte (reguläre Angebote)

  • MountainDeerMusic‑AG (MDM): Songs und Medien zu Umwelt‑ und SDG-Themen; Produktion von Musikvideos; Mitsprache bei Projekten wie Basketballplatz, Ernährung, Upcycling  .
  • Wald‑AG: Naturerfahrung, Artenschutz, nachhaltiger Waldumgang, Schulgarten auch als Outdoor-Klassenzimmer  .
  • Fairtrade‑AG / Schülerfirma: Mitarbeit im Weltladen, Wissen um fairen Handel, Öffentlichkeitsarbeit, Verkauf, ökonomische und soziale Kompetenzen  .
  • Projektwochen / Wettbewerbe: Umwelt‑Projektwochen mit kreativen Formaten (z. B. Upcycling‑Woche, Tape‑Art, Comicfilm, Nachhaltigkeitssong)  .
  • Service-Learning / Umweltpreisprojekte: Gestaltung des Basketballfelds mit Beschattung und Trinkbrunnen, Nutzung von Preisgeld, Kooperation mit Stadt Herborn  .

4.3 Umsetzungsmodule & Maßnahmeplan

Modul A: 

Kreative Umweltmedien mit MDM

  • Unterstützung von Schüler*innen beim Komponieren von Songs zu SDGs.
  • Produktion von Musikvideos/Podcasts.
  • Öffentliche Präsentation bei Schul- und Stadtveranstaltungen.
  • Dokumentation durch Website, soziale Medien, Schülerzeitung.

Modul B: 

Projekt Grün: Wald & Garten

  • Schulgarten-Elemente auf dem Schulgelände (Wildblumen, Kräuter, Hochbeete).
  • Wald-Erlebnistage für direkte Naturerfahrungen.
  • Kunstaktionen im Wald, Fotografie, Journaling.

Modul C: 

Fairer Handel & Verantwortung

  • Vertiefung der Fair-Trade-Kenntnisse im Weltladen als außerschulische Lernzeit.
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen: Lager, Verkauf, Werbung.
  • Erstellung von Info-Ständen, Postkarten und Präsentationen.

Modul D: 

Nachhaltige Infrastruktur vor Ort

  • Umsetzung von Brunnen/ Beschattung am Basketballfeld.
  • Beteiligung von Fachbereichen (Technik, Sozialkunde, Kunst).
  • Finanzierung via Preisgelder, Fundraising, Kooperation mit Stadt.

Modul E: 

BNE-Wettbewerbsfokus

  • Teilnahme an Wettbewerben: „alle für Eine Welt“, „Unsere Schule 2030“, weitere Zukunftswettbewerbe.
  • Gewinnstrategien: Songproduktion, Filme, kreative Inhalte.
  • Reflexionsrunden mit Juryfeedback.
  • Nn

Modul F: 

Müll und Müllvermeidung

  • Rehberg Clean Up AG (TE)
  • Jährliche Teilnahme an Müllsammeltag

Evaluation & Schulentwicklung

  • Jährliche Reflexion im Kollegium/ Nachhaltigkeitsteam: Wirkung, Belastbarkeit, Ergebnisse; Schülerfeedback.
  • Schüler*innengespräche, Feedback in Klassen-AGs.
  • Fortbildungen im Bereich Umweltpädagogik und BNE.
  • Sich erneuernde Bewerbung zur Umweltschule (alle zwei Jahre).

5. Konkrete Maßnahmen & Projektideen

  1. Songprojekt “Nachhaltige Töne”
    Die MountainDeerMusic‑AG komponiert Songs zu Umweltthemen, evtl. mit Videoproduktion (Video‑AG), Aufführungen im Schulalltag und lokalen Events.
  2. Upcycling‑Werkstatt / Kunst im Grünen
    Kombination aus Kunstprojekten (z. B. Klavier kreativ gestalten) mit Upcycling-Ideen und Müllvermeidungsthemen.
  3. Fair‑Trade‑Marktstand
    Schülerfirma organisiert einen Marktstand mit fair gehandelten Produkten, reflektiert über Handel, Konsum und Nachhaltigkeit.
  4. Waldtage & Exkursionen
    Natur erleben, Arten – und Ressourcenbewusstsein stärken, praktische Umweltprojekte, z. B. Pflanzen, Müll sammeln.
  5. Service‑Learning‑Engagement
    Zusammenarbeit mit lokalen Naturschutzorganisationen für Umweltaktionen im Ort.
  6. Nachhaltigkeitsprojektwoche
    Workshops zu Upcycling, Konsum, Zukunftstechnologien, Klimaschutz, mit Präsentationen und kreativen Ergebnissen.
  7. Rehberg Clean Up

Müllsammeln und Mülltrennung. Umweltbewusstsein für Müllvermeidung fördern.

  1. Schulweite Umweltwoche/ Projektwoche
  2. „Umweltklasse des Jahres“ 
  3. Teilnahme an Wettbewerb im Stil von „Unsere Schule 2030“.

Beispiele: 

6. Verankerung im Schulprogramm

  • Unterrichtsstruktur: Angebote werden im Rahmen der vorhandenen AG-Struktur und im Fachunterricht verortet. Flexible Wochenstunden berücksichtigen Belastbarkeit der Schüler  .
  • Pädagogischer Rahmen: Ganzheitlicher Ansatz mit Bezug auf Selbstwert und individuelle Förderung  .
  • Kooperation: Zusammenarbeit mit Klinik, Fachpersonal, lokalen Partnern, Weltladen, Umweltakteuren.
    • Nabu, Essbare Stadt Herborn, Stadt Herborn, Weltladen, Umweltschule,
  • Dokumentation & Reflexion: Klassenbuch, Schülerzeitung, Homepage (MountainDeerMusic.de), Podcast („Tassensprung“) als Reflexionsformate.
  • Wettbewerbsorientierung: Teilnahme an Wettbewerben stärkt Motivation, Sichtbarkeit und Vernetzung .
  • Multiprofessionelle Absprache: Umweltbildung wird thematisch in Koordinationskonferenzen eingebracht und mit therapeutischer Begleitung abgestimmt  .

7. Evaluation & Weiterentwicklung

  • Feedback-Schleifen durch Schüler*innen, Lehrkräfte, Klinikpersonal.
  • Dokumentation mittels Projekttagebuch, Songtexte, Podcasts, Schülerzeitung.
  • Fortbildung im Bereich Umweltpädagogik und BNE.
  • Zertifikate & Auszeichnungen (z. B. „Umweltschule“) als Anreiz und Sichtbarmachung.
  • Evaluation im BNE Team der RBS (jährlich)

Dieses Konzept verbindet:

  • das bestehende, sensible und kreative schulische Umfeld der Rehbergschule,
  • kreative Musik- und Kunstformate (MountainDeerMusic‑AG, Upcycling) ,
  • nachhaltige Themen (Klimaschutz, faire Lieferketten),
  • und die integrative Förderung psychisch belasteter Schüler*innen.

Damit entsteht ein motivierender, individuumsorientierter Ansatz zur Umweltbildung – passgenau im Curriculum und Schulprogramm verankert.

Das detaillierte Konzept zeigt, wie Umweltbildung an der Rehbergschule ganzheitlich, fächerübergreifend, kreativ und nachhaltig verankert werden kann. Das Konzept bezieht stets Krankheitsbilder, individuelle Stärken und Förderplöäne der Lernenden mit ein und – integriert ins Schulprogramm- , unterstützt durch bestehende AGs, Wettbewerbsformate und die besondere pädagogische Struktur der Schule die Gesundheit und nachhaltige Entwicklung der Jugendlichen. Es stärkt Umweltkompetenz, soziale-emotionale Entwicklung und Schulidentität auf kreative und zukunftsfähige Weise.